Wenn Sie vor allem bei leichtem Wind das Beste aus Ihrem Boot herausholen möchten, ist der richtige Segeltrimm entscheidend. Dieser am 22. Juli 2026 fachlich aktualisierte Ratgeber erläutert grundlegende Zusammenhänge und praktische Beobachtungspunkte. Die passende Einstellung hängt jedoch von Rigg, Segelschnitt, Beladung, Seegang und Herstellerangaben ab; übernehmen Sie keine Zahlen oder Handgriffe ungeprüft auf Ihre Charteryacht.
Wir betrachten eine Yacht mit Bermudarigg – also mit Großsegel und Genua, wie Sie es auf Charterbooten am häufigsten antreffen. Zunächst geht es um die physikalischen Grundlagen dafür, wie der Wind eine Segelyacht antreibt. So verstehen Sie besser, wie Sie die Segel an die jeweiligen Bedingungen anpassen. Anschließend folgen praktische Beispiele für den Segeltrimm, insbesondere bei leichterem Wind.
Aerodynamik
Warum kann eine Segelyacht schräg gegen den Wind fahren? Ein gewölbtes Segel lenkt die Luftströmung ab. Dabei entsteht um das Profil eine Druckverteilung: Auf der Leeseite herrscht überwiegend niedrigerer, auf der Luvseite überwiegend höherer Druck. Zusammen erzeugen diese Kräfte aerodynamischen Auftrieb und Widerstand. Die verbreitete Erklärung, Luftteilchen müssten wegen eines „längeren Weges“ auf beiden Seiten gleichzeitig am Achterliek ankommen, ist physikalisch falsch. Entscheidend sind Form, Anstellwinkel, Strömungsablösung und die Umlenkung der Luft; beide Segelseiten tragen zur Gesamtkraft bei (Abb. 1).

Abb. 1
Was bedeutet das in der Praxis?
Die von einem Segel erzeugte aerodynamische Gesamtkraft lässt sich in Auftrieb und Widerstand zerlegen (Abb. 2). Größe und Richtung beider Anteile verändern sich kontinuierlich mit scheinbarer Windgeschwindigkeit, Anstellwinkel, Profil und Strömungszustand. Auf Am-Wind-, Halbwind- und Raumwindkursen ist ein günstiges Verhältnis von Auftrieb zu Widerstand besonders wichtig; auf nahezu achterlichem Kurs gewinnt der Widerstandsanteil an Bedeutung. Es handelt sich nicht um zwei abrupt getrennte Betriebsarten, sondern um einen fließenden Übergang.

Abb. 2
Als Vortriebskraft wird die Kraft bezeichnet, die eine Segelyacht nach vorn bewegt. Die von einem Segel erzeugte Gesamtkraft lässt sich in Querkraft und Vortriebskraft aufteilen (Abb. 3). Die Vortriebskraft bewegt das Boot voraus, während die Querkraft es seitlich versetzen und krängen lassen will. Die Konstruktion von Rumpf und Kiel begrenzt diese seitliche Bewegung und die Krängung. Eine gewisse seitliche Versetzung bleibt jedoch immer bestehen; sie heißt Abdrift. Der Geschwindigkeitsvektor der Yacht verläuft deshalb nicht parallel zu ihrer Längsachse, sondern setzt sich aus Fahrt voraus und Abdrift zusammen (Abb. 4).

Abb. 3

Abb. 4
Der Anstellwinkel ist für die erzeugte Kraft entscheidend (Abb. 5). Wird er zu groß, kann die Strömung an der Leeseite ablösen; Auftrieb und Vortrieb sinken. Ist er zu klein, beginnt das Vorliek zu killen (Abb. 6). Eine feste Gradzahl ist für unterschiedliche Segel und Bedingungen nicht zuverlässig. Stellen Sie Schoten und Kurs deshalb anhand der Trimmfäden, des beginnenden Killens, der Fahrt und des Ruderdrucks ein – knapp innerhalb des sauber anliegenden Strömungsbereichs.

Abb. 5

Abb. 6
Scheinbarer und wahrer Wind
Sobald sich ein Boot bewegt, trägt seine Fahrt zu dem Luftstrom bei, den die Crew an Deck wahrnimmt. Der scheinbare Wind ist die Vektorsumme aus wahrem Wind und dem entgegengesetzt zur Bootsbewegung gerichteten Fahrtwind. Für den Segeltrimm ist der scheinbare Wind maßgeblich. Ob seine Geschwindigkeit größer oder kleiner als die des wahren Winds ist, hängt von Kurs und Bootsgeschwindigkeit ab; pauschale Aussagen für alle Raum- und Vorwindkurse sind deshalb nicht zuverlässig.
Begriffe am Segel
Damit die folgenden Abschnitte eindeutig sind, werden zunächst die relevanten Teile von Segeln und Rigg benannt. Die Segelbezeichnungen sehen Sie in Abb. 7, Großschot und Baumniederholer in Abb. 8.

Abb. 7

Abb. 8
- Hals – wird am Deck oder Baum befestigt.
- Kopf – wird am Fall angeschlagen.
- Schothorn – hier werden die Schoten beziehungsweise der Unterliekstrecker befestigt.
Bauchtiefe oder Wölbung: Die Kraft des Windes wölbt das Segel und erzeugt Fülle, die als Bauchtiefe bezeichnet wird. Sowohl die Bauchtiefe als auch ihre Lage – also ihr Abstand vom Vorliek – beeinflussen die Eigenschaften des Segels erheblich. Ein tiefes Segelprofil erzeugt viel Auftrieb, aber auch viel Widerstand. Ein flaches Segel erzeugt dagegen weniger Auftrieb und weniger Widerstand. Auch die Position der größten Bauchtiefe ist wichtig. Die Vorliekspannung, die mit der Fallspannung zusammenhängt, bestimmt, ob der tiefste Punkt des Profils weiter vorn oder achtern liegt (Abb. 9).
Segeltwist: Durch die Reibung an der Oberfläche wird der Wind gebremst. Daher weht er am Masttop schneller als auf Deckshöhe. Infolgedessen verändert sich der Winkel des scheinbaren Windes mit der Höhe über dem Wasser. Beim Segeln am Wind kommt der scheinbare Wind weiter oben im Rigg zunehmend seitlich zum Boot. Das Segel muss deshalb in unterschiedlichen Höhen in einem jeweils anderen Winkel zur Längsachse des Bootes stehen. Den Twist steuern Sie mit Baumniederholer und Schotspannung. Je stärker der Baumniederholer den Baum nach unten zieht, desto straffer wird das Achterliek und desto weniger twistet das Großsegel (Abb. 9).

Abb. 9
Segeltrimm beim Kreuzen in leichtem Wind
Beim Kreuzen beziehungsweise Segeln hoch am Wind kommt der scheinbare Wind schräg von vorn. Der erreichbare Winkel hängt von Rumpf, Kiel, Rigg, Segeln, Seegang und Fahrt ab; die Zahlen aus dem ursprünglichen Beitrag sind keine universellen Grenzwerte. Trimmen Sie Genua und Großsegel als zusammenwirkendes System anhand von Trimmfäden, Fahrt, Krängung und Ruderdruck.
Genua (Fock)
Für den Trimm der Genua stehen Ihnen folgende Bedienelemente zur Verfügung:
- Genuaschlitten beziehungsweise Holepunkt – er beeinflusst vor allem den Twist und die Tiefe des unteren Segelprofils. Positionieren Sie den Schlitten zunächst so, dass die Linie der Schot auf die Mitte des Vorlieks der Genua weist. Verfeinern Sie die Position anschließend anhand der Trimmfäden. Wenn beim Anluven zuerst der obere Trimmfaden abreißt beziehungsweise der obere Teil der Genua zuerst killt, hat das Segel zu viel Twist. Schieben Sie den Holepunkt nach vorn. Die Schot zieht dann stärker nach unten, strafft das Achterliek und reduziert den Twist. Reißt beim Anluven zuerst der untere Trimmfaden ab oder fällt die Genua zuerst im unteren Bereich ein, ist der Twist zu gering. Schieben Sie den Holepunkt nach achtern. Dadurch belastet die Schot das Achterliek weniger und der Twist nimmt zu. Richtig eingestellt ist die Genua, wenn sie beim Anluven gleichmäßig über die gesamte Länge des Vorstags zu killen beginnt: Alle Trimmfäden auf der Luvseite beginnen gleichzeitig zu flattern (Abb. 10).
- Genuaschot beziehungsweise Fockschot – sie stellt den Segelwinkel ein und beeinflusst zugleich Twist und Bauchtiefe. Holen Sie nicht nach einer pauschalen Faustbreite oder bis zur Berührung der Saling dicht. Beobachten Sie die Trimmfäden, die Form des Spalts zwischen Genua und Großsegel, die Fahrt sowie den in der Bootsübernahme genannten Mindestabstand zu Saling und Rigg. Bei sehr leichtem Wind kann etwas mehr Schotweg die Beschleunigung verbessern, ohne das Segel an Beschlägen scheuern zu lassen.
- Vorstag – seine Spannung beeinflusst Durchhang und Profil des Vorsegels. Vorstag, Achterstag, Wanten und gegebenenfalls Backstagen gehören jedoch zum stehenden Gut; ihre Einstellung ist rigg- und lastabhängig. Verändern Sie das stehende Gut einer Charteryacht nicht eigenmächtig. Nutzen Sie nur die bei der Bootsübernahme erklärten Segelbedienelemente und beachten Sie Handbuch sowie Vorgaben des Vercharterers. Das Genuafall stellt die Vorliekspannung ein, ersetzt aber keine fachgerechte Einstellung der Vorstagspannung.
- Genuafall beziehungsweise Fockfall – die Fallspannung beeinflusst den vorderen Teil des Segelprofils ähnlich wie die Vorstagspannung. Spannen Sie das Fall für gute Am-Wind-Eigenschaften, bedenken Sie jedoch, dass dadurch die Bauchtiefe und somit die Kraft des Segels abnehmen. Bei leichtem Wind würde ein zu stark gespanntes Fall zu viel Geschwindigkeit kosten. Fieren Sie das Fall daher auch beim Kreuzen in leichtem Wind ein wenig, um Leistung und Bootsgeschwindigkeit zu erhöhen, und nehmen Sie dafür etwas weniger Höhe in Kauf. Entscheidend ist ein sinnvoller Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Höhe.

Abb. 10
Großsegel
Für den Trimm des Großsegels stehen Ihnen folgende Bedienelemente zur Verfügung:
- Großfall – seine Spannung beeinflusst das Vorliek und die Lage der größten Bauchtiefe. Stellen Sie es nach Segelschnitt, Wind und den vorgesehenen Trimmmarken ein. Bei leichtem Wind kann etwas weniger Spannung sinnvoll sein; eine universelle Vorgabe wie „60 % der Baumlänge“ ist jedoch nicht auf jedes Segel übertragbar. Beobachten Sie Profil und Falten und bleiben Sie innerhalb der vom Hersteller vorgesehenen Lasten.
- Cunningham auf Regattayachten – damit steuern Sie die Vorliekspannung des Großsegels, ohne die Fallspannung zu verändern.
- Großschot – ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Anstellwinkel des Segels zum Wind einzustellen. Fieren Sie die Schot, bis das Segel zu killen beginnt, und holen Sie sie dann so weit dicht, bis das Killen aufhört. Damit ist der Segelwinkel richtig eingestellt. Beachten Sie, dass eine dichtgeholte Schot den Baum ebenfalls nach unten zieht und damit die Funktion des Baumniederholers übernimmt (Abb. 8).
- Großschottraveller – auf Am-Wind-Kursen empfiehlt der Autor, den Winkel des Großsegels über den Traveller einzustellen, anstatt die Schot zu fieren, sofern die Travellerschiene genügend Weg bietet. In Wellen bleibt das Segel dadurch stabiler in seiner Position.
- Baumniederholer – er zieht den Baum nach unten und steuert damit den Twist, sobald die Großschot nicht vollständig dichtgeholt ist. Wird der Baumniederholer gefiert, nimmt der Twist zu. Beim Segeln hoch am Wind mit vollständig dichtgeholter Großschot hat der Baumniederholer nahezu keine Wirkung.
- Unterliekstrecker – er bestimmt die Tiefe des Segelprofils. Durch Spannen des Unterlieks wird das Segel flacher, was insbesondere beim Segeln am Wind hilfreich ist. Bei sehr leichtem Wind sollte das Unterliek selbst beim Kreuzen etwas gefiert werden, damit das Segel wenigstens etwas Kraft erzeugen kann.
Beachten Sie, dass auf Am-Wind-Kursen ein enger Zusammenhang zwischen Schotspannung und Travellerposition besteht. Auf Halbwind-, Raumwind- und Vorwindkursen wird dagegen der Baumniederholer zum wichtigsten Bedienelement für den Twist.
Genua und Großsegel beeinflussen einander; ein abgestimmter Trimm steigert die Leistung des gesamten Segelplans. Trimmen Sie das Großsegel beim Kreuzen in leichtem bis mäßigem Wind deshalb so, dass beim Anluven die Vorlieks von Genua und Großsegel gleichzeitig und über ihre gesamte Länge zu flattern beginnen.
Segeltrimm auf Halbwind- und Raumwindkursen bei leichtem Wind
Auf Halbwind- und Raumwindkursen kommt der scheinbare Wind seitlicher als auf Am-Wind-Kursen. Fieren Sie die Segel mit dem Abfallen schrittweise und kontrollieren Sie Trimmfäden, beginnendes Killen, Twist und Ruderdruck. Auf breiteren Kursen verschiebt sich das Verhältnis von Auftrieb und Widerstand kontinuierlich; feste Anstell- oder Baumwinkel sind wegen unterschiedlicher Segelpläne und Riggs nicht allgemein übertragbar.
Genua (Fock)
Für den Trimm der Genua stehen Ihnen folgende Bedienelemente zur Verfügung:
- Genuaschlitten beziehungsweise Holepunkt – er beeinflusst vor allem den Twist und die Tiefe des unteren Segelprofils. Richtig eingestellt ist die Genua, wenn sie beim Anluven gleichmäßig über die gesamte Länge des Vorstags zu killen beginnt: Alle Trimmfäden auf der Luvseite flattern gleichzeitig. Die Einstellung des Holepunkts wird im Abschnitt über das Kreuzen beschrieben.
- Genuaschot beziehungsweise Fockschot – fieren Sie aus der Am-Wind-Stellung, bis die Trimmfäden sauber auswehen und das Vorliek nicht dauerhaft killt. Flattern die luvseitigen Fäden, holen Sie etwas dichter; stocken die leeseitigen Fäden, fieren Sie. Ein fester Winkel zur Längsachse ist kein zuverlässiger Ersatz für diese Beobachtung.
- Genuafall beziehungsweise Fockfall – stellen Sie die Fallspannung so ein, dass die waagerechten Falten aus dem Segel verschwinden.
Großsegel
Für den Trimm des Großsegels stehen Ihnen folgende Bedienelemente zur Verfügung:
- Großfall – fieren Sie das Fall, damit sich der tiefste Punkt des Profils weiter vom Mast nach achtern verlagert. Das Segel erzeugt mehr Kraft und lässt die Yacht stärker krängen.
- Großschot – fieren Sie kontrolliert, bis das Vorliek gerade zu killen beginnt, und holen Sie anschließend nur so weit dichter, bis es wieder sauber steht. Beachten Sie dabei Baumniederholer, Traveller, Salings und die zulässige Baumposition des konkreten Riggs; es gibt keinen universellen Halbwindwinkel.
- Großschottraveller – sein Verstellweg reicht nun nicht mehr aus. Fahren Sie ihn deshalb nach Lee und erreichen Sie den restlichen Segelwinkel durch Fieren der Schot.
- Baumniederholer – er zieht den Baum nach unten und steuert damit den Twist. Da die Schot nicht mehr vollständig dichtgeholt ist, halten Sie den Twist durch Spannen des Baumniederholers unter Kontrolle.
- Unterliekstrecker – er bestimmt die Tiefe des Segelprofils. Fieren Sie das Unterliek auf Halbwind- und Raumwindkursen, damit die Bauchtiefe und damit die Leistung des Segels zunehmen.
Segeltrimm bei leichtem Wind auf Vorwindkurs
Auf einem Vorwindkurs kommt der scheinbare Wind weit von achtern. Auf einem nahezu direkten Vorwindkurs dominiert häufig der Widerstandsanteil; auf breiteren Raumkursen kann weiterhin aerodynamischer Auftrieb wesentlich zum Vortrieb beitragen. Entscheiden Sie anhand von Kurs, Segelgarderobe und Bootsführung, welche Segel Sie nutzen. Stehen Großsegel und Genua auf derselben Seite, kann das Großsegel das Vorsegel abdecken.
Auf Vorwindkurs entscheidet sich der Autor häufig dafür, das Großsegel zu bergen und nur unter Genua zu segeln. Kommt der Wind nahezu direkt von achtern, können Sie je ein Segel auf jeder Seite setzen und Schmetterling segeln (Abb. 11). Das verlangt genaue Kursführung und birgt das Risiko einer Patenthalse. Einen Bullenstander dürfen Sie nur nach Einweisung und entsprechend dem Handbuch der konkreten Yacht riggen; halten Sie die Crew aus dem Schwenkbereich des Baums und von belasteten Leinen fern. Ist die sichere Bedienung nicht gewährleistet, wählen Sie einen anderen Kurs oder eine einfachere Segelstellung.
Verfügt das Boot über einen Spinnakerbaum, lässt sich dieser wirkungsvoll mit der Genua einsetzen (Abb. 11). Der Baum hält das Segel senkrecht zum Wind und vermindert seine Neigung, in Wellen zusammenzufallen. Dadurch steigt die Vorwindgeschwindigkeit deutlich. Ist kein Baum vorhanden und lässt sich die Genua nicht stabil füllen, verwenden Sie besser das Großsegel und fieren den Baum vollständig zur Seite aus.

Abb. 11 – Schmetterlingsegeln
Genua (Fock) – sofern verwendet
Für den Trimm der Genua stehen Ihnen folgende Bedienelemente zur Verfügung:
- Genuaschlitten beziehungsweise Holepunkt – schieben Sie ihn auf der Schiene nach achtern.
- Genuaschot beziehungsweise Fockschot – fieren Sie die Schot so weit wie möglich, solange das Segel seine Form behält und im oberen Bereich nicht übermäßig twistet. Bei leichtem Wind und Wellen lässt sich die Genua ohne Spinnakerbaum allerdings nur schwer gefüllt halten.
- Genuafall beziehungsweise Fockfall – anders als beim Kreuzen sowie auf Halbwind- und Raumwindkursen können Sie die Fallspannung reduzieren, damit sich die größte Bauchtiefe weiter vom Vorliek nach achtern verlagert.
Großsegel – sofern verwendet
Für den Trimm des Großsegels stehen Ihnen folgende Bedienelemente zur Verfügung:
- Großfall – fieren Sie das Fall, damit sich der tiefste Punkt des Profils weiter vom Mast nach achtern verlagert.
- Großschot – fieren Sie die Schot nur innerhalb der für Rigg und Salings vorgesehenen Grenzen. Ein Bullenstander muss für Yacht, Beschläge und Lasten geeignet sein und nach Einweisung geführt werden; eine pauschale Leinenführung zu irgendeiner Klampe kann Bauteile überlasten.
- Großschottraveller – sein Verstellweg reicht hier nicht aus. Fahren Sie ihn deshalb so weit wie möglich nach Lee.
- Baumniederholer – er zieht den Baum nach unten und steuert damit den Twist. Da die Schot nicht mehr vollständig dichtgeholt ist, halten Sie den Twist durch Spannen des Baumniederholers unter Kontrolle. Spannen Sie ihn auf Vorwindkurs, um den Twist zu minimieren. Der Unterschied des scheinbaren Windwinkels in verschiedenen Höhen über dem Wasser ist auf Vorwindkurs gering.
- Unterliekstrecker – er bestimmt die Tiefe des Segelprofils. Fieren Sie das Unterliek auf Vorwindkurs, damit die Bauchtiefe und damit die Leistung des Segels zunehmen.
Fazit
Diese Verfahren für den Segeltrimm sind keine unumstößlichen Regeln. Wie die vorangegangenen Erläuterungen zeigen, beeinflussen sich viele Einstellungen gegenseitig. Entscheidend ist ein Kompromiss zwischen den einzelnen Bedienelementen, der in der gewünschten Richtung die höchstmögliche Bootsgeschwindigkeit ergibt. Auch die Wellenhöhe spielt eine Rolle. Sie kann es unmöglich machen, den optimalen Kurs für eine bestimmte Segelstellung zu halten.
Tomáš Kůdela
Der Originalbeitrag stellte Tomáš Kůdela im Jahr 2022 als Elektronikentwickler, Eigner einer Delphia 40 sowie Inhaber einer tschechischen Kategorie-A-Qualifikation vor. Diese biografischen Angaben wurden für die Aktualisierung 2026 nicht unabhängig bestätigt. Berichte aus seinem Projekt finden Sie unter www.tomaskudela.cz.
Aktualisierung und Quellen
Faktencheck abgeschlossen · Stand 22. Juli 2026. Die Aerodynamik, die trimmspezifischen Faustregeln und die sicherheitskritischen Hinweise zu stehendem Gut und Bullenstander wurden mit offiziellen Fachquellen abgeglichen und überarbeitet.
- Bernoulli and Newton — NASA Glenn Research Center
- Lift — NASA Glenn Research Center
- RYA Sail Trim Handbook — Royal Yachting Association